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Esther Whybra


Alumni des Monats März 2025
Head of Team Services, FIFA

Esther Whybra ist eine engagierte Sportmanagerin mit umfassender Erfahrung in der internationalen Sportwelt, insbesondere im Fussball. Ihre berufliche Reise begann Ende der 1990er Jahre in der Event- und Kommunikationsbranche. Erste Stationen führten sie nach Australien und später zurück nach Deutschland, wo sie unter anderem für die Direktion Kommunikation des FC Bayern Münchens tätig war.

2005 wechselte Esther zur FIFA, wo sie seither tätig ist und Anfang Januar ihr 20jähriges Jubiläum feierte  – heute als Head of Team Services. In dieser Funktion ist sie dafür verantwortlich, dass die teilnehmenden Mannschaften bei internationalen Turnieren ein best-mögliches Umfeld und die best-möglichen Bedingungen vorfinden, um sich auf den sportlichen Erfolg konzentrieren zu können. Ihr Aufgabenbereich umfasst sowohl die Einrichtungen und Infrastruktur für die Mannschaften, die Koordination und Organisation der operativen Abläufe als auch die Kommunikation mit den Mannschaften innerhalb der Wettbewerbsorganisation. In den letzten Jahren war sie bei zahlreichen FIFA-Wettbewerben im Einsatz, darunter mehrere FIFA Fussball-Weltmeisterschaften (Deutschland 2006, Südafrika 2010, Brasilien 2014, Russland 2018, Katar 2022), FIFA Frauen-Weltmeisterschaften 2019 und 2023, FIFA Klub-Weltmeisterschaften, Olympische Fussballturniere und einige FIFA Jugend-Weltmeisterschaften. Damit die Teams unter bestmöglichen Bedingungen an den Start gehen können, braucht es nicht nur Organisationstalent und Flexibilität, sondern auch ein Umfangreiches Verständnis für die sich ständig ändernden Anforderungen und Bedürfnisse der Mannschaften aus aller Welt. Besonders wichtig sind für diesen Bereich auch die Kommunikation und ein gutes Zwischenmenschliches Gespür.

Mit ihrem grossen und vielseitigen Erfahrungsschatz, ihrer Leidenschaft für den Sport und ihrem Verständnis von Teams und Grossveranstaltungen prägt Esther Whybra die Organisation internationaler Fussballturniere im Hintergrund entscheidend mit.

Frage 1: Liebe Esther, du bist seit 20 Jahren bei der FIFA tätig – was hat dich ursprünglich dazu motiviert, im Fussballmanagement zu arbeiten?

Sport war schon immer eine grosse Leidenschaft von mir. Mein Vater hat meine Leidenschaft zum Fussball entfacht. Ich erinnere mich noch heute an mein erstes Live-Fussballspiel, Hannover 96 gegen FC Bayern München. Ging nicht so gut aus, für meine damalige Heimatstadt…

Frage 2: Heute bist du als Head of Team Services dafür verantwortlich, dass Mannschaften bei FIFA-Turnieren unter optimalen Bedingungen spielen können. Was macht diese Rolle besonders spannend und welche Herausforderungen begegnen dir dabei?

Für mich ist das vielfältige, kulturelle Umfeld, in dem wir arbeiten am spannendsten, kann aber auch gleichzeitig eine grosse Herausforderung sein. Unser Job ist es, trotz z.T. sehr verschiedener Gegebenheiten, die wir in den Gastgeberländern vorfinden, ein ideales Umfeld für die Mannschaften zu schaffen. Dafür braucht man neben einem guten Verständnis für die essenziellen Bedürfnisse der Mannschaften, Erfahrung in dem Umgang und einen ständigen Austausch mit den Mannschaften und auch viel Kreativität. Proaktiv zu sein, zu antizipieren ist sehr wichtig, wenn wir unsere Arbeit gut machen wollen. Während eines Turniers arbeiten wir jeden Tag durch und sind meistens die ersten die Aufstehen und die Letzten, die ins Bett gehen. Das ist nicht jedermanns Sache.

Frage 3: Du hast an zahlreichen Weltmeisterschaften und internationalen Turnieren mitgewirkt. Gibt es einen Moment oder ein Turnier, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Das ist schwer, es gibt so viele…

Die WM in Deutschland war natürlich unheimlich emotional für mich, weil ich hautnah mitbekommen habe, wie das Motto der WM «Time to make friends» tatsächlich auf den Strassen gelebt wurde. Der WM-Sieg der deutschen Mannschaft 2014 in Brasilien, welchen ich von dem Spielertunnel in den letzten entscheidenden Momenten mitverfolgt durfte. Die französischen Spieler, die nach dem gewonnenen Finale 2018 plötzlich bei uns im Büro in den Katakomben standen, weil sie so Hunger hatten und wir ihnen unsere übrig gebliebenen Sandwiches gegeben haben. Die Einladung von Präsidentin Bachelet 2008 bei der U-20 Frauen-WM zu einem Dinner im Präsidentenpalast in Santiago de Chile, ein wahres Museum! Aber auch die argentinischen Fans, die während der WM 2014 an der Copacabana gezeltet haben. Überhaupt sehr beeindruckend die Leidenschaft der Fans der südamerikanischen Mannschaften…

Nach all den Jahren im Geschäft, war es aber besonders emotional für mich als Frau zu sehen, auf welches Niveau wir zusammen die Frauen-WM 2023 in Australien/Neuseeland bringen konnten und, was für einen Einfluss weltweit diese WM hatte, auch im Punkto Aufmerksamkeit. Der Sieg der Spanierinnen trotz all dieser Geschichten im Verband vorher! Was für ein Mannschaftsleistung! Die enorme Reichweite, die der Frauenfussball heute hat, ist einfach unglaublich und der Verdienst vieler, die dafür lange und harte Überzeugungsarbeit geleistet haben!

Frage 4: Fussball ist ein globaler Sport mit sehr unterschiedlichen Kulturen und Anforderungen. Wie stellt ihr sicher, dass die Bedürfnisse der Teams aus verschiedenen Ländern bestmöglich berücksichtigt werden?

Neben unserem grossen Erfahrungsschatz im Team Services Team, ist vor allem der regelmässige Austausch mit den Mannschaften schon früh in der Vorbereitung einer WM, aber auch während und nach dem Turnier, Voraussetzung für die Zufriedenheit der Mannschaften. Vor jedem Turnier überprüfen wir inzwischen unsere Anforderungen, die ja die Bedürfnisse der Mannschaften widerspiegeln sollten, und nehmen eventuelle Anpassungen vor. Bei grossen Turnieren, für welche wir das Team Base Camp Konzept haben, versuchen wir eine breite Auswahl von Team Base Camps zu finden, damit für jede Mannschaft etwas dabei ist. Aber ehrlich gesagt, ist dies ein grosses Puzzle und beinhaltet viele wichtige Faktoren, wie die vorhandenen Möglichkeiten und der lokalen Unterstützung, den Spielplan, die Auslosung, das Auswahlverfahren der Team Base Camps, etc.. Expectation Management ist ein essenzieller Teil, da wir nicht immer ideale Bedingungen vorfinden, da das Finanzielle und die Politik auch eine Rolle spielen.

Frage 5: Welche Veränderungen und Trends in den letzten Jahren haben deine Arbeit besonders ge-prägt?

Wie überall, hat Covid seine Spuren auch bei uns in der Organisation hinterlassen, wie z.B. die virtuellen Meetings und Workshops, die auch heute noch als Option genutzt werden. Allerdings können diese nicht die für die Mannschaften und uns so wichtigen Team Workshops vor Ort ersetzen, die neben der Beziehungspflege den Mannschaften auch die Möglichkeit bietet sich vor Ort ein Bild von den Hotels und Trainingsplätzen zu machen. Der Fortschritt in der Digitalisierung trägt zu einer effektiveren Kommunikation mit den Mannschaften bei.

Die Auswirkungen der Entwicklung im Bereich Players’ Wellfare, Football Technology Innovation und die Sozialen Medien, sind vor allem in der Mannschafts-Delegationsgrösse festzustellen.

Zudem wird der Fussball immer mehr für Awareness-Kampagnen und Positionierungen, wie z.B. das Thema Anti-Rassismus, Safeguarding, die Gefahr von Gehirnerschütterungen, etc. genutzt, was wiederum die Zusammenarbeit der Mannschaften, bzw. der Spieler erfordert und neben der Vorbereitung recht viel Zeit in Anspruch nimmt.

 

Frage 6: Nach so vielen Jahren im internationalen Fussball – gibt es noch ein Ziel oder ein Projekt, das du in Zukunft unbedingt umsetzen möchtest?

Ich habe meinen Job nie als langweilig empfunden, da wir ja immer wieder in «neue» Länder in der ganzen Welt gehen und es damit andere und neue Herausforderungen gibt. Die Zusammenarbeit und die Unterstützung der Lokalen empfinde ich als sehr bereichernd und bringen auch oft neue und gute Ideen zu Tage. Wege zu finden, dass zu erreichen, was notwendig ist, ist jedes Mal wieder spannend. Nun kommen neue Turnierformate (z.B. die U-17 Männer/Frauen WMs, Futsal Frauen-WM, etc.). Nach einer sehr kompakten WM, folgt nun eine WM, die in drei Ländern ausgetragen wird und die wiederum ist nur die Vorbereitung für die noch grössere WM 2030. Die erste grosse Klub-WM mit 32 Mannschaften findet diesen Sommer in den USA statt.

Eigentlich kann ich über diese Frage also nicht gross nachdenken…

Frage 7: Du hast 2024 den CAS Sportmanagement an der Universität St.Gallen absolviert. Was hat dir diese Weiterbildung für deine tägliche Arbeit gebracht?

Es war sehr bereichernd für mich nach so vielen Jahren im Job, mal wieder über den Tellerrand zu schauen.

Einen neuen Blickwinkel zu bekommen auf Themen, die meine tägliche Arbeit vielleicht nicht direkt betreffen aber die trotzdem eine gewisse Relevanz aufzeigen. Das Modul zum Thema Digitalisierung war ein gutes Beispiel für mich, am Ball zu bleiben und mich nicht gänzlich auf mein (jüngeres) Team zu verlassen, bzw. es zu animieren, die Möglichkeiten zu nutzen.

Der Austausch mit den anderen Kursteilnehmern, die aus vielen anderen Berufsparten kamen und an verschiedenen Punkten ihrer professionellen Laufbahn sind, zu den durchgenommen Themen aber auch anderen Themen, war für mich fast die schönste Erfahrung. Auch das Abschlussprojekt, eine Gruppenarbeit fand ich richtig spannend und hat nun mit der Einführung der neuen FIFA Frauen-Klub-WM an Relevanz für mich bekommen.

Frage 8: Wenn du auf deine bisherige Karriere zurückblickst – gibt es eine Lektion oder eine Erfahrung, die dir besonders wichtig ist?

Ich habe das grosse Privileg, dass ich eine grosse Leidenschaft für meinen Beruf habe, die auch in harten Zeiten, die wir alle irgendwann einmal durchlaufen, nicht gewichen ist. Ich versuche mich auf die positiven Dinge zu konzentrieren und mich ständig weiterzuentwickeln. Als Frau, die quasi im Männer dominierten Fussball gross geworden ist, denke ich, dass etwas mehr Diversität vorallem in der Führungsriege, dem Fussball wirklich gut tun würde… Wie wäre es z.B. mal mit einer FIFA Präsidentin?

Vielen Dank für das spannende Interview, liebe Esther!

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